Gut gegen Nordwind.
„Schreiben sie mir Emmi.
Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen.
Schreiben ist küssen mit dem Kopf.“
Emmi Rothner möchte per Email ihr Abo der Zeitschrift „Like“ kündigen, doch durch einen Tippfehler landen ihre Nachrichten bei Leo Leike. Als Emmi wieder und wieder Emails an die falsche Adresse schickt, klärt Leo sie über den Fehler auf. Es beginnt ein außergewöhnlicher Briefwechsel, wie man ihn nur mit einem Unbekannten führen kann. auf einem schmalen Grat zwischen totaler Fremdheit und unverbindlicher Intimität kommen sich die beiden immer näher – bis sie sich der unausweislichen Frage stellen müssen: Werden die gesendeten, empfangenen und gespeicherten Liebesgefühle einer Begegnung standhalten? Und was, wenn ja?
Ich liebe dieses Buch. Ja, ich liebe es einfach. Und das Warum lässt sich an dieser Stelle auch ganz einfach beantworten: Weil ich mich an etwas erinnert fühle, dass ich selbst ein Jahr lang durchgemacht hab.
Zuerst sind da nur freundschaftliche Gefühle. Man mag diesen Menschen, da am anderen Ende der Leitung. Man mag es wie er schreibt, wie er sich ausdrückt. Man mag seine Art von Humor und man freut sich über jeden, noch so kurzen Satz. Doch irgendwann merkt man, dass man ohne die Nachrichten des anderen nicht mehr kann und auch nicht mehr will. Sie gehören plötzlich um Alltag dazu. Es fehlt etwas, wenn keine Post da ist. Man bekommt die Möglichkeit einen Menschen kennen zu lernen, so wie man ihn wohl nie kennen lernen würde, wenn man ihm durch Zufall in irgendeiner Lokalität begegnet. Man lernt alles an diesem Menschen zu schätzen und es spielt keine Rolle mehr wie er aussieht, wie er spricht, was er anzieht, wie er geht, ob er sich durch die Haare fährt wenn er nervös ist oder was auch immer er sonst tut. Es dreht sich einzig und allein um diesen einen Menschen. Und irgendwann merkt man, dass man für diesen Menschen mehr empfindet als nur Freundschaft. Denn irgendwann entwickelt sich ein Gefühl, was man getrost unter Liebe abspeichern kann. Auch wenn man diesen Menschen noch nie zuvor gesehen hat. Doch was passiert dann wenn man sich trifft? Was, wenn die Erwartungen schlicht und einfach enttäuscht werden?
Genau diese Gedanken machen sich auch Emmi und Leo. Es dauert seine Zeit, bis die beiden sich zu einem Treffen durchringen. Ganz zum Ende des Buches hin, beschließen sie, es einfach zu tun. Eine gute Idee?!
„[...] Mein Gefühl hat den Bildschirm verlassen. Ich glaube, ich liebe dich. [...] Mir ist kalt. Der Nordwind bläst mir entgegen. [...]„

Ich wusste, dass du es lieben wirst! ich wusste es einfach
Hatte ich den richtigen Riecher!
ein sensationelles buch. ich warte schon sehnsüchtig auf das taschenbuch, aber das weißt du ja.