Es ist was es ist, sagt die Liebe.
Ich sitze da, versunken in Gedanken und darauf fixiert die Fassung zu wahren. Du betritts den Raum mit dem, für dich, typischen Lächeln auf dem Gesicht. Du nimmst mir gegenüber Platz und versuchst ein Gespräch mit mir zu führen aber antworten kann ich nicht. Die gesamte Zeit über in der du mir so nah bist, muss ich gegen meine Tränen ankämpfen, weil ich weiß dass ich dir nie wieder so nah sein werde wie ich es mal war. Ich verlasse den Raum, trete nach draußen auf einen Balkon und lasse meinen Blick über die Landschaft wandern. Da unten laufen Menschen, immer zu zweit. Glücklich. Du trittst ebenfalls nach draußen, sagst, dass du Lust hast einen Spaziergang zu machen. Ich reagiere nicht. „Hey Kleine.“, sagst du zu mir und tippst mir auf die Nasenspitze, so wie du es getan hast als ich damals schon mit meinen Gedanken woanders war. Ich kämpfe gegen die Versuchung an dich anzusehen, denn wenn ich dieser Versuchung widerstehen würde, dann hätte ich den Kampf gegen meine Gefühle verloren. Doch du bemerkst es nicht. Du glaubst, ich komme damit klar, dass du mir die Nähe verweigerst die du mir vor ein paar Wochen noch gegeben hast. Du glaubst, es ist einfach für mich von heute auf morgen umzuschalten und dich nicht mehr als den zu sehen, für den ich dich das ganze letzte Jahr gehalten habe. Ich dachte du wärst der Eine.
Deine Arme schlingen sich um meinen Körper. „Lass uns gehen.“, sagst du und ich folge dir. Ohne dich anzusehen. Du wirst immer schneller und ich bin nicht mehr in der Lage dir zu folgen. Du bist auf dem Weg in dein neues Leben. In ein Leben ohne mich. Und ich stehe da und muss dabei zu sehen wie die ganze Welt um mich herum zusammen bricht und eigentlich nichts mehr einen Sinn für mich hat. Mein Herz zieht sich zusammen und dieses seltsame Gefühl durchströmt mich. Dieses Gefühl, einfach keine Kraft mehr zu haben. Nicht ein einziges Mal drehst du dich um. Gehst einfach stur geradeaus. Dabei dachte ich, du wolltest diesen Weg mit mir zusammen gehen.
Ich wache auf. Der Wecker zeigt 5:56 Uhr. Ein Traum. Ein Traum, der die Wahrheit so sehr widerspiegelt, dass mir mal wieder klar wird, dass ich dir nie wieder so nah sein werde wie ich es mal war. Die ersten Tränen kommen. Die Tränen, die ich im Traum noch erfolgreich hinunter schlucken konnte. Es hört nicht auf. Bei jedem noch so kleinen Gedanken an dich ist das wieder dieses schlechte Gefühl.
Ich vermisse dich so sehr, aber ich versuche den Schein zu wahren. Ich will dich nicht ganz verlieren. Ich will nicht auf den Kontakt zu dir verzichten müssen, weil ich ehrlich bin und dir sage, dass ich mit der Situation nicht so gut klar komme wie du glaubst.
Oft hab ich in den letzten zwei Wochen zu meinem Handy gegriffen und wollte dir schreiben aber jedes Mal wieder hab ich es zurück gelegt weil ich mich nicht dauernd in dein Gedächtnis rufen will. Du hast dich für ein Leben ohne mich entschieden und das muss ich akzeptieren. So schwer es mir auch fällt.
Es tut weh, nicht mehr die erste Person zu sein die alles erfährt. Es tut weh, nicht mehr die Person zu sein an die du dich wendest wenn es Probleme gibt oder wenn es dir nicht gut geht.
Jeder einzelne Gedanke an dich schmerzt aber ich kann es einfach nicht sein lassen.
Ich wünschte du würdest mir dabei helfen dich zu vergessen. Stattdessen vergisst du mich einfach und lässt mich mit all meinen Gefühlen uns Sehnsüchten einfach stehen.
„Das Schlimmste was du einem Menschen antun kannst ist, ihm Hoffnung zu geben, ihn dann zu ignorieren und ihn mit seinen ganzen Sehnsüchten und Träumen sitzen zu lassen…“

das hast du wirklich geträumt?? wie krass.
langsam fange ich an, mir gedanken zu machen. zuerst das mit der zeitung, jetzt dieser traum. was kommt denn noch alles?
die marienkäfer-frau :-*