Ein zweites Gespräch in Sachen Job.
Heute hatte ich die Ehre noch mal nach Koblenz zu fahren und mich dort noch einmal mit dem Apotheker zu treffen, von dem ich ja so begeistert war. Für die, die es nich wissen: Ich war da schon mal zum Vorstellungsgespräch und der hat mir da eröffnet, dass er ne neue Apotheke aufmachen will und dafür halt Leute sucht. Da hab ich mir gedacht, dass es ja eigentlich perfekt ist. Ein komplett neues Team, wo sich keiner kennt. Was besseres kann einem eigentlich gar nicht passieren. Ja und letzte Woche kam dann ein Anruf von dem besagten Herren und er hat mich dann zu nem weiteren Gespräch eingeladen.
Dabei kam dann heute heraus, dass es eine “Easy-Apotheke” werden soll und das in Andernach. Hieße für mich, dass es noch mal ca. 20km mehr zu fahren sind und bei Öffnungszeiten die bis abends 20 Uhr gehen wäre ich, wenn es gut läuft, dann irgendwann um 22 Uhr mal zu Hause. Dazu kommt, dass mir das Konzept einer Easy-Apotheke überhaupt nicht in den Kram passt. Eine Easy-Apotheke ist eine Apothekenkette die man sich wie einen DM oder einen Schlecker mit Arzneimittel vorstellen kann. Die Leute kommen also rein, nehmen sich nen Einkaufskorb und schlendern da so zwischen den Regalen hin und her. Ich als PTA würde dann hinter dem Handverkaufstisch stehen und darauf warten, dass sie evtl. noch ein Rezept haben. Rezeptur und Labor fallen fast komplett flach und genau das sind die beiden Sachen, die mir am meisten Spaß gemacht haben. Ich dürfte noch nich mal kassieren, denn da wird nur eingepackt und die Leute gehen dann mit ihrer Tüte, für die sie auch noch 10 Cent bezahlen müssen, vorne zur Kasse und da wird bezahlt. Dieser Mann hat irgendwie utopische Vorstellungen und macht sich damit selbst sein Geschäft kaputt. Er hat mir gesagt, dass das die Zukunft der Apotheken ist aber wofür geh ich denn dann zwei Jahre zur Schule? Wofür quäl ich mich im Labor wenn ich dann am Ende nur da stehe und darauf warte, dass mich evtl. mal jemand was fragt?! Das is genau die Art von Apotheke die ich selbst immer verflucht hab und jetzt soll ich da arbeiten?! Ich weiß nicht so recht. Was wird denn wenn ich mal ein oder zwei Jahre da gearbeitet hab und dann was Neues suche? Wenn ich meinem neuen Arbeitgeber erzähle, dass ich zwei Jahre lang nichts in Labor und Rezeptur gemacht hab, dann schlägt der doch die Hände über dem Kopf zusammen. Labor und Rezeptur sind die Sachen die eine Apotheke ausmachen! Wenn da so Worte fallen wie “99 Cent Regal” oder “Wühlkörbe”, frag ich mich doch ob ich noch in einer Apotheke bin oder ob ich nicht doch bei Schlecker zwischen den Regalen stehe…
Ich werd morgen erst mal zu meiner Apotheke des Vertrauens fahren und mal hören was mein Chef dazu sagt. Ich kann mir vorstellen, dass der alles andere als begeistert sein wird. Auf jeden Fall will der Typ sich im Laufe der Woche noch mal melden, weil er sich zwischen mir und einer anderen PTA entscheiden will und dann sehen wir weiter. Aber kommt es gut wenn ich dann sage, dass ich nich will? Zumal ich, wenn ich da anfangen würde, noch zu drei Schulungen in Mainz und Hildesheim müsste. So ein Schwachsinn! Ich will doch einfach nur in eine tolle Apotheke wo ich das umsetzen kann was ich in zwei Jahren Ausbildung gelernt hab.
Was würdet ihr tun???

oh gott, das ist ne schwierige entscheidung. zuerst dachte ich, super, ein job! aber als ich dann deine ausführungen zu der easy-apotheke gelesen hab, dachte ich ähm ja, nich so doll (ich würd da nich hingehen wenn ich was bräuchte und die wahl hätte).
…
ich mein, klar, du brauchst nen job, aber so einen? obwohl du auf der anderen seite eigentlich auch nicht wählerisch sein darfst in der heutigen zeit.
aber wenn du jetzt schon weißt, dass das nichts für dich ist und es nicht das ist, was du von anfang an machen wolltest, vielleicht solltest du es dann wirklich eher lassen…
oh man, wie schwierig!! eine nacht drüber schlafen hilft oft und vielleicht auch der kommentar von deinem chef.
shit, bin ich ne große hilfe
danke übrigens für deine kommentare. zu der treppe und dem radl… es geht ja darum es die treppe hoch zu kriegen, das ist der schwierigere akt. aber so langsam krieg ich übung darin…
die marienkäfer-frau :*
also ich hoffe mal, dass das Gespräch heute in westerburg dir was gebracht hat… Ich meine klar man muss nehmen was man kriegt, aber mit der einstellung die du zu dieser art von “apotheke” hast glaube ich nicht, dass du da mit deiner arbeit dann überzeugen wirst…rein theorethisch können sie dann auch ne verkäuferin dahinstellen….
also ich würde es gut verstehen wenn du es nicht machen würdest…auch wenn es ann heisst weiter auf der straße zu sitzen…
Hallo, daß ist mir zu kritisch. Wer rührt heute noch Salben an? Kassieren finde ich auch nicht so toll. Mir ist eine Kasse mit einer Kassierin lieber. Dann kann ich mehr und besser beraten Ich habe mir die easyApotheke in Düsseldorf – http://www.easyapotheke-partner.de – angesehen. Es ist eine tolle Sache so als Konzept. Easy ist eine starke Marke: freundliches Bedienung, funktionelle Ladengestaltung, interessante Produkte, zweckmäßige Regalierung und günstige Preise. Deckensegel mit grüner Glanzfolie im Verkaufsraum. Die Betriebsprozesse werden durch Checkout-Kasse, Kommissionierautomat und Selbstbedienung im Freiwahlbereich optimiert. Dies erhöht Produktivität und Beratungspotential des Fachpersonals und letztlich auch dasEinkommen des Personals. Überleg noch mal!
Oh ja. Das liebe Geld. Und wo bleibt der Aspekt, dass die Arbeit Spaß machen soll? Und wo is das noch ne richtige Apotheke? Ich hab in meinem halben Jahr Praktikum so viele Salben gerührt, dass ich sie gar nich mehr zählen kann. Das is eben sowas, was ne Apotheke ausmacht… Meiner Meinung nach. Aber hat ja jeder seine Meinung.
Und ich kann und werde mich wohl nie mit so ner Sache anfreunden können…
Oh ja. Das liebe Geld. Pharmacie ist ein Milliardengeschäft. Viele kriechen zur Krippe. Mir gefällt das nicht: Gesponserte Reisen und Hotelaufenthalte für Apotheker, habe ich gehört und gelesen. Letzte Woche stand in der Zeitung, dass Pharma-Unternehmen Fortbildungen für Apotheker subventionieren, um Einfluss zu nehmen. Also nicht die heile Welt, die ich mir wünsche.